Nationales Warnsystem: LU-Alert

Allgemeines

Ein effizientes Warnsystem der Bevölkerung ist unverzichtbar, um es den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, sich auf vorhersehbare und unvorhersehbare Ereignisse vorzubereiten und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz von Personen und Gütern zu ergreifen.

Die Aufgabe der Bevölkerungswarnung beschränkt sich nicht nur auf die akute Warnung im Notfall. Sie hat auch zur Aufgabe im Vorfeld Prävention und Resilienz zu stärken, indem sie sich beispielsweise auf meteorologische oder hydrologische Vorhersagen stützt.

Um ein umfassendes, landesweites, mehrere Kanäle einschließendes (multikanal) und leistungsfähiges System aufzubauen, läuft derzeit ein Projekt zur Einrichtung eines neuen Warnsystems, dessen zentraler Knotenpunkt eine Warnplattform sein wird, die es allen relevanten staatlichen Akteuren ermöglicht, Warnmeldungen über verschiedene Kanäle zu verbreiten.

Bisher verfügt Luxemburg über die mobile Anwendung "GouvAlert.lu", die 2018 eingeführt wurde, sowie über ein nationales und regionales SMS-Versandsystem, ein unmittelbares Warnsystem, welches durch die Verbreitung von Warnungen über die nationalen Medien und sozialen Netzwerke ergänzt wird.

Geplant ist für die Zukunft zudem der Einsatz einer auf Zellularfunk basierenden Technologie, des "Cell Broadcast", nachdem die notwendigen Infrastrukturarbeiten bei den Mobilfunknetzbetreibern (MNO), in Absprache mit dem für die Einrichtung der Warnplattform zuständigen Unternehmen, durchgeführt wurden.

FAQ : Fragen / Antworten

Werden personenbezogene Daten vom Staat gespeichert?

Vom Staat werden keine personenbezogenen Daten gesammelt oder gespeichert.

Welche Warnkanäle gibt es?

Die Warnstrategie der Regierung basiert auf einem Mehrkanalansatz, der darauf abzielt, ein Maximum des nationalen Territoriums abzudecken und möglichst viele Menschen, die unterschiedliche Medien nutzen, zu erreichen. Zu diesem Zweck, und je nach Situation, kann über folgende Kanäle gewarnt werden:

  • Regierungswebseiten (z.B. meteolux.lu, inondations.lu);
  • Presse: Radio, Fernsehen, Webseiten und mobile Anwendungen der Medien;
  • soziale Netzwerke;
  • mobile Anwendungen, wie z.B. GouvAlert;
  • SMS;
  • Sirenen (derzeit nur bei Atomwarnungen vorgesehen);
  • in Zukunft Cell Broadcast.

Durch die Vielzahl und Vielfalt der Kanäle wird sichergestellt, dass eine Warnung so viele Menschen wie möglich erreicht.

Muss man sich registrieren, um Warnungen per SMS zu erhalten?

Nein. Die Mobilfunknetzbetreiber sind für die Verbreitung der Warnungen via SMS zuständig.

Wie werden SMS-Warnungen verbreitet?

Sobald eine staatliche Behörde beschließt, die Bevölkerung zu warnen, werden die Mobilfunknetzbetreiber von dieser Behörde beauftragt, eine SMS an alle Personen zu senden, die sich auf dem luxemburgischen Staatsgebiet (bei einer nationalen Warnung) oder in einer bestimmten geografischen Zone (bei einer regionalen Warnung) befinden. Der Staat erhält keine personenbezogenen Daten.

Werden SMS-Warnungen auch an Mobiltelefone gesendet, die von nicht-luxemburgischen Mobilfunknetzbetreibern betrieben werden (Touristen, Grenzgänger, Besucher...)?

Ja, wenn sich die Personen zum Zeitpunkt des Versands der Warnung in dem betreffenden Gebiet aufhalten und mit einem luxemburgischen Mobilfunknetz verbunden sind.

Warum habe ich bei einer Warnung oder einem Test keine SMS erhalten?

Die Mobilfunknetzbetreiber senden eine SMS an alle Personen, die zum Zeitpunkt des Sendens der Warnung mit einem luxemburgischen Mobilfunknetz verbunden sind. Es kann mehrere Gründe geben, warum keine SMS empfangen wurde:

  • wenn Sie sich in einem Grenzgebiet befinden, ist es möglich, dass Ihr Handy mit dem Mobilfunknetz eines benachbarten Gebietes verbunden ist, auch wenn Sie sich physisch in dem Zielgebiet aufhalten;
  • beim Senden der Warnung war Ihr Handy ausgeschaltet oder im Flugmodus;
  • Ihr Handy war beim Senden der Warnung nicht mit dem Netz verbunden (schwaches Netz in bestimmten Regionen, Gebäuden, Kellern, Tiefgaragen oder Ähnlichem);
  • Sie befanden sich zum Zeitpunkt der Warnung nicht im alarmierten Gebiet oder waren im Ausland;
  • Einige Messaging-Apps können Nachrichten von unbekannten Absendern als Spam einordnen. Bitte überprüfen Sie regelmäßig den Spam-Ordner.

Eine gewisse Verzögerung zwischen dem Senden der Warnung durch die Mobilfunknetzbetreiber und dem Empfang der Warnung kann durchaus normal sein. Diese Verzögerung wird jedoch mit der Einführung der "Cell Broadast"-Technologie stark reduziert werden.

Download der mobilen Anwendung „GouvAlert“

Die mobile Anwendung „GouvAlert“ kann bei „App Store“ und „Google Play“ heruntergeladen werden. Regelmäßige Updates der Anwendung gewährleisten einen ordnungsgemäßen Betrieb. 

Wenn Sie keine Benachrichtigung über die mobile Anwendung GouvAlert (Android) erhalten haben, überprüfen Sie bitte die folgenden Einstellungen:

1. Gehen Sie in die Einstellungen

2. Suchen Sie nach dem Begriff "standby"

3. Wählen Sie "Apps im tiefen Standby"

4. Wählen Sie "Apps, die nie im Standby sind"

5. Wählen Sie GouvAlert.lu in der Liste aus und klicken Sie auf Hinzufügen 

In welchen Situationen werden SMS-Warnungen verwendet?

Wenn beispielsweise MeteoLux oder das Wasserwirtschaftsamt (AGE) davon ausgehen, dass ein Wetterereignis oder eine Überschwemmung eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung darstellen könnten, können die betroffenen Behörden die Bevölkerung über verschiedene Warnkanäle alarmieren.

Warnungen vor regelmäßigen Wetter- und Überschwemmungsrisiken werden in der Regel über staatliche Webseiten und die Medien verbreitet. Wenn die Auswirkungen dieser Ereignisse eine Gefahr für einen großen Teil der Bevölkerung darstellen könnten, kann eine Warnung per SMS verbreitet werden.

In welchen Situationen werden die Sirenen genutzt?

Im Falle eines nuklearen oder radiologischen Unfalls wird die luxemburgische Bevölkerung über das nationale Sirenennetz gewarnt.

Den Umständen (Windrichtung und -geschwindigkeit, Ausmaß der Freisetzung...) entsprechend werden die drei Signale nach Region, Gemeinde oder Ortschaften ausgelöst.

Der Alarm wird nicht automatisch auf dem gesamten Staatsgebiet ausgelöst, sondern nur in potenziell gefährdeten Gebieten.

Der "Atomalarm" besteht aus drei verschiedenen Arten von Signalen:

  • Voralarm: Wenn eine radioaktive Verseuchung in einem oder mehreren Sektoren möglich ist, aber nicht unmittelbar bevorsteht, geben die Alarmsirenen das Signal "Voralarm" ab, das aus einem modulierten Ton besteht, der eine Minute dauert.

  • Nuklearalarm: Wenn eine radioaktive Verseuchung in einem oder mehreren Sektoren unmittelbar bevorsteht, geben die Alarmsirenen das Signal "Nuklearalarm" ab, das aus einem modulierten Ton von einer Minute Dauer mit zwei Pausen von je 12 Sekunden besteht.

  • Ende des Alarms: Das Ende eines Alarms wird von den Sirenen mit dem Signal "Ende des Alarms" angezeigt, das aus einem einminütigen Dauerton besteht.

An jedem ersten Montag im Monat testet die Regierung das über das ganze Land verbreitete Sirenennetz. Ziel dieser regelmäßigen Tests ist es, die Funktionsfähigkeit dieses Mittels zur Warnung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Seit Juli 2022 wird des monatliche Sirenentest ebenfalls auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg durchgeführt.

Wie sieht die Strategie für die monatlichen Tests des Warnsystems aus?

Die Teststrategie, die sich die Regierung gegeben hat, orientiert sich am Test des Sirenennetzes, welcher an jeden ersten Montag im Monat gegen Mittag stattfindet und dessen Ziel es seit vielen Jahren ist, die Funktionalität der Sirenen zu überprüfen. In Anbetracht der Wichtigkeit einer informierten Bevölkerung wurden die Tests auf andere Warnkanäle, wie z.B. regionale SMS, ausgeweitet.

Beim Test des SMS-Versandsystems (national oder regional) wird ab 12 Uhr mittags folgende SMS verschickt: "LU-ALERT / ALERTE TEST / NO ACTION REQUIRED / AUCUNE ACTION REQUISE / KEINE HANDLUNG ERFORDERLICH / INFOS: GD.LU/LU-ALERT".

Ziel der monatlichen Teststrategie ist es, die Funktionalität der verschiedenen Warnkanäle zu überprüfen, mögliche Verbesserungspunkte zu identifizieren und vor allem die Bürgerinnen und Bürger über die Nutzung der Warnkanäle aufzuklären. Die Teststrategie, die langfristig angelegt ist und regelmäßig durchgeführt wird, folgt dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber Not- und Krisensituationen, die sich auf die öffentliche Sicherheit auswirken könnten, zu gewährleisten.

Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung werden die Adressaten gebeten, der Regierung ihr mögliches Feedback an folgende Adresse zu senden: lu-alert@mi.etat.lu

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